Tim Kamrad

Er selbst bezeichnet sich bescheiden als Singer/Songwriter, und doch ist er so viel mehr: Seine Lieder bewegen sich vom klassischem Rock über Pop, und lassen sich von Folk und Country mehr als nur inspirieren.

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Jeder entscheidet, welchen Weg er gehen möchte. Den des geringsten Widerstandes, oder seinen eigenen. Und obwohl Tim Kamrad erst 19 Jahre alt ist, hat er sich für seinen eigenen Weg entschieden. Nicht aus Naivität, im Gegenteil: Er weiß genau, was er will.

 

Sein Vater war es, der Tim von klein auf mit der Gitarre in Kontakt. Doch vor allem brachte er ihm die Band näher, die Tim noch heute als seine Lieblingsband ansieht: Die Beatles. Zusammen sangen sie „Twist and Shout“, und immer wieder haben sie sich die achtteilige „Anthology“-Dokumentation auf VHS angesehen. Mit fünf Jahren nahm er seinen ersten Gitarrenunterricht, und schon mit sieben stand er auf der Bühne – in seinem Schulchor. Schon damals gab es keinen Zweifel daran, was er werden möchte. Was er sein will. Wer er ist.

 

Er selbst bezeichnet sich bescheiden als Singer/Songwriter, und doch ist er so viel mehr: Seine Lieder bewegen sich vom klassischem Rock über Pop, und lassen sich von Folk und Country mehr als nur inspirieren. Es ist eine Mischung, die aus seiner Begeisterung für die Musik der 60er und 70er Jahre gewachsen ist. Tim stellt sich damit bewusst gegen jeden Zeitgeist und Trend. Auch mit seiner Entscheidung, in Englisch zu singen. „Ich habe mir tatsächlich nie Gedanken darüber gemacht, auf Deutsch zu singen. Ich habe mich nie damit identifizieren können.“ Das ist nicht nur eine Sache der musikalischen Erziehung. „Es klingt vielleicht ein bisschen bescheuert, aber ich möchte, dass mich so viele Leute wie möglich verstehen können.“

Die klare, hypnotische Gitarrenlinie und der sanft-treibende Beat ist nicht nur eine unwiderstehliche Einladung, in Tims Musikwelt einzutauchen, sondern gleichzeitig sein Manifest. „Der Song ist eine Parodie auf die ganzen Geschichten, die ich erlebt habe. Denn als Künstler hört man immer ,Mach mal das, mach mal jedes, und du musst solche Musik machen, damit es läuft und du musst auf jeden Fall auf Deutsch singen heute.' Dieses Lied ist die ironische Antwort darauf: Ich will mich eben nicht anpassen.“ Im dazugehörigen Video wird er von einem Mädchen umgarnt. „Diese Frau steht für alle Menschen, die immer versuchen, einen zu verändern und dazu zu verführen, seinen Weg zu verlassen.“ Dadurch ist „Changes“ ein geradezu subversives Pamphlet für die Freiheit geworden – und das macht es gleichzeitig zur perfekten Überschrift für das Album.

 

Nein, Tim Kamrad ist kein weiterer junger deutscher Befindlichkeitsmusiker, keiner der Sänger, die um sich selbst und ihre austauschbaren Melodien kreisen, wie sie das Land zur Zeit zu Hunderten hat. Dieser junge Sänger, mit einer Stimme, die zwischen erwachsener Reife und jungem Sturm und Drang changiert, ist ein anderes Kaliber. Seine Gedanken und Texte sind ausdrucksstark, scharf und wohlüberlegt, und er besitzt ein geradezu erwachsenes Charisma. Tim ist eine originäre Stimme, die durch seine einzigartige Stilvielfalt und Eigenwilligkeit nicht nur seinen eigenen, sondern einen besonderen Weg vor sich hat. Und wie er selbst sagt: es geht gerade erst los.

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