Fluid Arms

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FLUID ARMS - DIE KRAFT DER MELANCHOLIE

 

Gleich mit dem ersten Stück des Debütalbums von Fluid Arms - „Pony Drive“ - wird der Hörer in einen Malstrom hineingezogen, der ihn bis zur letzten Note nicht mehr entkommen lässt. Es ist zugegebenermaßen ein sanftmütiger Sog, dem man sich fortan nicht mehr entziehen kann. Aber die Kraft subtiler Klänge besitzt zumindest genauso viel Energie, von der Emotion ganz zu schweigen, wie brachiale Power.
„For Other Reasons“ nennt sich dieses magische Wunderwerk der Klänge, hinter Fluid Arms verbirgt sich der in Nürnberg geborene Songwriter,Komponist Florian Rödel. „Flo“ gelingt es, dass man sich von Beginn an rein plumpsen lassen kann in so feinnervige wie epochale Klang-Wolken wie sie etwa Neo-Hippie Jonathan Wilson oder die wundervoll-wahnsinnigen Flaming Lips auf den Planeten regnen lassen. Bei den wenigen ruppigeren Stücken scheint auch die deutsche Indie Rock-Ikone Phillip Boa Pate gestanden zu haben. Und dann wieder die Zartheit des leidlich verschwurbelten Romantikers Erik Satie.

 

„Als Jugendlicher waren Nirvana oder Guns N’ Roses die Bands, die ihn dazu veranlasst haben selbst Musik zu machen“, erinnert sich Flo. „Später kamen CAN, Jeff Beck, Steve Vai, Joe Satriani, Miles Davis - oder Klassik-Komponisten wie Chopin und Rachmaninow dazu. Ich selbst kann schlecht beurteilen, inwieweit all diese Musiker sich in meiner eigenen Musik wiederspiegeln.Grundsätzlich höre ich alles, was für mich kompositorisch interessant ist. Was meine Musik betrifft, lasse ich mich nicht bewusst von irgendetwas beeinflussen. Es muss aus mir selbst herauskommen“.
Fluid Arms ist die Vision eines Visionärs in Eigenregie, um es salopp auf den Punkt zu bringen. „Das Ganze ist ein Projekt, keine Band im klassischen Sinn“, erklärt Florian. 
„Sämtliche Ideen stammen von mir. Ich sammle sie über einen längeren Zeitraum hinweg.! Aber wenn ich genügend Material zusammen habe, dann geht es mit der Finalisierung recht schnell“.
Und was sind Fluid Arms? „Der Bandname ist mir im Traum erschienen“, ich wachte auf und wusste: ‚Das ist der Name!‘ 
Das Ganze besitzt keine tiefere Bedeutung. Es gefällt mir einfach, es klingt einfach gut“.
Florian Rödel war ab dem 18. Lebensjahr Sänger in einer fränkischen Grunge-Band.

 

Danach verdingte er sich als Schlagzeuger und Komponist in einer Nürnberger Pop-Formation, die es zu Lokalheroentum brachte. Nach Auflösung der Band hat er weiter Ideen gesammelt, Demos aufgenommen und schließlich 2 Platten aufgenommen. Um was es sich bei der anderen Platte handelt, bekommt man noch zu hören. Und weiter: „Ich habe alle Songs auf „For Other Reasons“ komponiert, getextet, gesungen und ein paar Gitarren eingespielt“, meint Rödel über das Aufnahme-Procedere. „Zur Fertigstellung waren vier Musiker mit an Board, die alles eingespielt haben“.
Bei den Texten ist es Florian Rödel nur wichtig, dass er sich damit wohl fühlt. „Sie entstehen aus Beobachtungen meiner Innen und Außenwelt. Es war für ihn von Beginn an klar, dass er seine Verse auf Englisch notieren wird. Flo stellt fest: „Ich fühle mich beim Texten auf Deutsch nicht wohl. Als Jugendlicher habe ich ausschließlich englischsprachige Musik gehört. Unabhängig davon entstehen die Lyrics immer erst dann, wenn ich eine Komposition fertig habe - demnach am Ende des Entwicklungsprozesses.“

 

Und was sind Florian Rödels Erwartungen, was die Veröffentlichung von „For Other Reasons“ betrifft? „Schauen wir einfach, was mit der Platte passiert, wie die Menschen darauf reagieren“, gibt sich Flo gelassen. „Mir geht es darum, dass mich nichts an der Platte ernsthaft stört“.