27. Januar 2020

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MOTOR SOLIDARISIERT SICH MIT PROTESTIERENDEN KÜNSTLER*INNEN

Disskusion über Streaming Einkommen

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Wir freuen uns, dass sich endlich eine aussagekräftige Zahl von Managern zusammengefunden hat, um mit den Vertretern der Major Musikindustrie über die absurde niedrige Beteiligung der Künstler*innen an Ihren Streaming Einkommen zu diskutieren.

Hintergrund ist, der Musikmarkt wächst global um 9,7% pro Jahr. Treiber dieses Wachstum ist das Streaming. Laut ifpi hat die Musikwirtschaft in 2018 bereits wieder 85.2% des Umsatzes von 2002 erreicht - dem erfolgreichsten Jahr ever. Und die Tendenz ist steigend. Gleichzeitig fallen den Labels die sogenannten Grenzkosten wie Herstellung, Vertrieb, Shipping/Billing, GEMA etc durch das Geschäftsmodell Streaming weg. Am Beispiel Universal sparte der Major in 2018 verglichen mit dem Jahresabschluss 2002 41% Grenzkosten ein! Bei Sony oder Warner wird das sehr ähnlich aussehen. Das heißt 85,2% Umsatz bei 37.1% Kosten - die Musikindustrie ist also profitabler denn je, da sie die Einsparungen aufgrund alter Verträge, die die im physischen Geschäft anfallenden Grenzkosten vollumfänglich berücksichtigen und die Künstler*innen dementsprechend niedrig am Umsatz beteiligen, für sich behalten. Die Künstler*innen werden an den Umsätzen beteiligt - unabhängig davon ob die Kosten sinken. Deshalb sind sie beim Streaming die Gekniffenen.

 

Darauf beruht der jetzt artikulierte, längst überfällige Protest. Denn endlich haben einige schlaue Manager begriffen, dass es nicht die Streaming Portale sind die schlecht zahlen, sondern Ihre Auswertungspartner, die die Einnahmen in überproportionalem Maße einbehalten.

 

Lösen kann man das nur indem in dem man die Verteilung ändert und bei den Kosten nur jene berücksichtig, die auch anfallen. Wenn also bei der Produktion und Distribution von Musik kaum mehr Kosten entstehen, dann ist die Plattenfirma ein Dienstleister für Administration und Kommunikation.

 

Genau das bietet Motor seit 15 Jahren als Labelservice an. Wir bekommen 20%, die Künstler*innen 80% - also genau umgekehrt wie in der alten Welt. Davon profitierten schon Max Giesinger, Westernhagen, Richard Kruspe (Rammstein), Alice Phoebe Lou uvm.

 

Das Problem, dass die alten Platten im Streaming besonders gefragt sind (Katalog hat bis zu 80% der Streamingumsätze), die alten Verträge für diese aber meist schlecht sind, kann man lösen indem man sie neu aufnimmt, oder die Rechte (bei Bandübernahmen) beim Ende der Auswertungszeit abzieht und an einen Labelservice überträgt.

 

Wir beschäftigen uns schon längere Zeit mit Thematik und sind gespannt, ob nun endlich ein echtes Umdenken für alle Künstler*innen und nicht nur die Großverdiener*innen stattfindet. 

 

Solltet Ihr noch Fragen haben, wendet euch gerne an uns. 

 

Andrea.topinka@motor.de (Head of PR)

Christian.Goebel@motor.de (General Manager)

Petra.Husemann@motor.de (Geschäftsführerin)

 

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